Die Andreaskirche
Auf einem Hügel zwischen Rabenstein und Kirchberg - von der Bundesstraße und der Mariazellerbahn gut zu sehen - steht diese auffallende Kirche, die Kirche ohne Turm. Sie liegt im Gemeindegebiet von Kirchberg und gehört zur Pfarre Rabenstein.
Unter Insider ist diese Kirche auch für die sehr gute Akustik bekannt, vielleicht kommt es demnächst zur Wiederaufnahme von exquisiten Konzerten.
Das Stift Göttweig, zu dem der "Munichhof" - heute "Kirchenbauer" gehörte, hat im Jahre 1464 die Andreaskirche für die damals bestehende Pfarre Tradigist errichten lassen. Bei diesem Gotteshaus handelt es sich um einen spätgotischen Langhausbau (26 m) mit 5/8 Chor, Netzrippengewölbe und Maßwerkfenstern.
Pfarrkirche

Der Turm - wahrscheinlich abgebrannt - schließt in der Höhe des Dachfirstes ab. Die Andreaskirche, die bis ins 19. Jh. von einem Friedhof mit Karner umschlossen wurde, erlebte ihre Blüte in der Reformationszeit, damals diente sie den Katholiken des Pielachtales als Zufluchtsort. Ein Marmorgrabstein erinnert an Propst Pater Benedikt Eucharius Choberger, unter dem Kirche und Gut "St. Andreas"

 
nach oftmaligem Besitzerwechsel wieder dem Stift Göttweig und damit der ihr inkorportierten Pfarre Rabenstein zufielen. Durch die Aufteilung von Tradigist und den Bau der Marienkapelle im Ortszentrum von Tradigist (1897) verlor die Andreaskirche an Bedeutung. 1960 wurde die Andreaskirche wegen Baufälligkeit geschlossen.

Über eine private Initiative wurde 1975 mit den Ausbesserungsarbeiten am Kirchendach begonnen. 1977 bis 1979 konnte die Außenrenovierung durchgeführt werden. In den Jahren 1983 bis 1988 wurde die Trockenlegung und die Innenrenovierung durchgeführt, dabei gelang die fachgerechte Wiederherstellung der gesamten Innenausstattung.

Pfarrkirche
Inneneinrichtung
  • Hochaltar - um 1730, mit Votivbild der Marter des Hl. Andreas
  • Grosses Ölgemälde - Hl. Andreas - um 1730, barocker Rahmen mit Kaiserkrone
  • Volksaltar, Ambo - von Tischlermeister Leopold Gansch jun. aus Tradigist
  • Altarbild: "Dornengekrönter Christus" von Nicolina Molnar, 1986
  • Sakramentshäuschen - gotisch
  • Steinkanzel - gotisch, Fresken aus der Frührenaissance
  • Hl. Rochus mit Hund - Pestheiliger und Patron der Pilger, um 1730
  • "Arma Christi Kreuz" - seltene Kreuzesdarstellung (Herz - Jesu - Verehrung) - barock
  • Kirchenfenster an der Nordseite (zugemauert) - Fresko des Hl. Andreas, Renaissance
  • Kirchenbänke - ländliche, spätbarocke Form
  • Marmorgrabstein - barock
  • Sakristeischrank - frühbarock
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